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Individuell und solidarisch – Wie wollen wir uns künftig krankenversichern?

In Zusammenarbeit mit GESUNDHEIT AKTIV hatte die Victor Thylmann Gesellschaft am 2. September zu einem Gesprächsabend über die Zukunft der Krankenversicherung eingeladen. Je ein Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherung (Helge Neuwerk von der BKK VBU) und einer Solidargemeinschaft (Urban Vogel von der Samarita) unterhielten sich darüber, ob die gegenwärtige Praxis der gesetzlichen Krankenversicherung noch zeitgemäß ist. Angestoßen hatte diesen Abend Günter Schmidt, Bauunternehmer in Lüneburg und Mitglied der Samarita; Dr. Stefan Schmidt-Troschke von GESUNDHEIT AKTIV moderierte.

Zu Beginn stellte Stefan Schmidt-Troschke fest, dass die gesetzlichen Kassen ein zunehmendes Problem mit der All-inclusive-Mentalität ihrer Versicherten haben. In einer Zeit, in der Menschen sich immer stärker und differenzierter mit Gesundheitsfragen auseinandersetzen, sei fraglich, ob die bevormundende Struktur der gesetzlichen Krankenkasse heute überhaupt noch sinnvoll is

Urban Vogel berichtete, dass die Samarita zunächst die Wahlfreiheit der Patienten im Blick gehabt habe und diese als Voraussetzung für eine zeitgemäße Absicherung im Krankheitsfall sehe. Es habe sich eine Gemeinschaft gebildet, die dem anonymen Apparat des Gesundheitswesens heilende Beziehungen entgegensetzte. Die Solidargemeinschaften, von denen es in Deutschland mehrere gibt, seien unterschiedlich ausgeprägt und hätten verschiedene Schwerpunkte. Die Mitglieder tauschen sich über inhaltliche Themen aus, auch Fragen nach der Prävention von Krankheiten spielten eine Rolle. Offenbar habe diese Art der Gemeinschaft selbst das Potenzial, gesundheitsförderlich zu wirken.Helge Neuwerk_Saal_#29A3585

Helge Neuwerk von der BKK VBU zeigte sich angetan von den Berichten Vogels. Er sah keine prinzipiellen Hindernisse dafür,
Elemente persönlich verantworteter Solidarität auch in die gesetzliche Krankenversicherung zu übertragen. Angesichts der mit 500.000 vergleichsweise hohen Mitgliederzahlen in seiner Krankenkasse allerdings
frage er sich, wie das zu organisieren sei.

Stefan Schmidt-Troschke schlug vor, Regionalkonferenzen für Versicherte zu organisieren, auf denen sie sich über Gesundheitsthemen untereinander verständigen können. Die Besucher der öffentlichen Gesprächsrunde beteiligten sich rege und sprachen sich dafür aus, dieses Thema fortzusetzen. Ein vielversprechender Dialog, der erst begonnen hat.

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