Anthroposophische Therapien

Charakteristisch für die Anthroposophische Medizin sind spezielle Therapien: 

  • Kunsttherapien wie Malen, Plastizieren, Musik, Gesang 
  • Rhythmische Massage 
  • Heileurythmie

Die Kunsttherapien fördern die Eigenaktivität des Patienten und regen durch das kreative Handeln heilsame Prozesse an. Die Auseinandersetzung mit Ton, Holz oder Stein, mit Farbe, Form, Stimme und Klang lässt anders wahrnehmen, hören, sehen und fühlen.

Für alle künstlerischen Therapien ist keine bestimmte Begabung erforderlich. Es geht nicht um einen ausgefeilten musikalischen Vortrag oder eine perfekte Zeichnung, eine kunstvolle Skulptur. Vielmehr kommt es darauf an, den künstlerischen Prozess, das eigene kreative Tun und den dadurch ermöglichten Dialog zwischen Innen und Außen, Nähe und Distanz zu erleben. Das ist auch vermeintlich unmusikalischen oder zeichnerisch und gestalterisch unbegabten Menschen möglich.

Oft wächst die Motivation für die Kunsttherapien im aktiven Tun. Ist eine bestimmte Schwelle einmal überwunden, ist im Erleben bewusst geworden, wie befreiend, beseelend und stärkend kreative Kräfte wirken, entdecken viele Patienten in der langfristigen Wiederholung der künstlerischen Aktivität eine wichtige Gesundheitsquelle und Bewältigungsstrategien für ihr weiteres Leben.

Alle Therapien werden von Kunsttherapeuten begleitet. Sie geben auch Hilfestellung, wenn es mal nicht mehr weiterzugehen scheint oder wenn während der Therapie Probleme auftauchen.

Die Rhythmische Massage wurde von den Ärztinnen Dr. Ita Wegman und Dr. Margarethe Hauschka entwickelt. Dr. Hauschka sagte dazu einmal: "Die Aufgabe dieser Massage ist es, durch Verstärkung des rhythmischen Elements dem Körper zu helfen, sein Gleichgewicht wiederzufinden."

In diesem Sinne arbeitet die Rhythmische Massage daran, den Organismus zu durchwärmen und zu durchatmen. Die "saugenden" Griffqualitäten regen den Wärmeorganismus an, vertiefen die Atmung und bringen so heilsame Prozesse in Gang. Je nachdem, was der Patient benötigt, kann die Rhythmische Massage aktivierend oder beruhigend wirken, ein- oder ausscheidend, auf- oder abbauend. Sie ist immer individuell angelegt, bringt Gestautes ins Fließen, löst Verhärtungen und Verspannungen. Eine Nachruhe nach jeder Behandlung ist obligatorisch.

Die Heileurythmie setzt Sprache, Gebärden und manchmal auch Musik ein, die in eine speziell gestaltete Bewegung umgesetzt werden.Der Begriff Eurythmie leitet sich ab aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "der schöne Rhythmus". Als "schön" gilt dabei das Übereinstimmen von Innen und Außen, wenn innere Vorgänge zutreffend in einer äußeren Bewegung dargestellt werden, oder wenn umgekehrt die äußere Bewegung Inneres erlebbar macht.

Alle Gesetzmäßigkeiten der Sprache finde ihre Entsprechung in der menschlichen, von innen heraus erfüllten Bewegung. Jede von ihnen eröffnet vielfältige therapeutische Möglichkeiten und wirkt auch direkt auf die inneren Prozesse im Organismus ein. 

 

 

Das Plastizieren gehört zu den anthroposophischen Kunsttherapien und wird sowohl ambulant wie stationär eingesetzt.
Heileurythmie wirkt anregend, stärkend oder regulierend auf die rhythmischen Vorgänge im Organismus, vor allem auf Kreislauf und Atmung, aber auch auf Stoffwechselvorgänge, Beweglichkeit und Gleichgewicht.